Velocity & BungeeCord: So funktioniert ein Minecraft-Server-Netzwerk
Lobby, Survival und Minigames unter einer Adresse: Wie Proxies funktionieren und warum Velocity heute die bessere Wahl gegenüber BungeeCord ist.
Eine Lobby, ein Survival-Server, ein paar Minigames – und deine Spieler wechseln nahtlos dazwischen, ohne sich jedes Mal neu zu verbinden. Das ist ein Server-Netzwerk, und möglich macht es ein Proxy. Die beiden bekanntesten heißen BungeeCord und Velocity. Hier erfährst du, wie sie funktionieren, wann sich ein Netzwerk lohnt und worauf du bei der Sicherheit achten musst.
Was macht ein Proxy?
Ein Proxy steht vor deinen eigentlichen Servern. Spieler verbinden sich nicht direkt mit dem Survival-Server, sondern mit dem Proxy – der leitet sie auf den passenden Backend-Server und wickelt Wechsel im Hintergrund ab. Nach außen wirkt alles wie ein großer Server unter einer Adresse, obwohl im Hintergrund mehrere eigenständige Server laufen.
Wofür sich ein Netzwerk lohnt
- Mehrere Spielmodi unter einer Adresse: Lobby, Survival, Minigames, Creative – alles verbunden.
- Saubere Trennung: Jeder Modus läuft auf einem eigenen Server, Abstürze oder Lag eines Modus betreffen die anderen nicht.
- Skalierung: Du kannst Spieler über mehrere Server verteilen, statt alles auf einen zu packen.
BungeeCord – der Klassiker
BungeeCord (und sein Fork Waterfall) war über viele Jahre der Standard und ist mit einer riesigen Zahl an Netzwerk-Plugins kompatibel. Es funktioniert zuverlässig, gilt aber als in die Jahre gekommen – sowohl bei der Performance als auch bei der Sicherheit der Spielerweiterleitung.
Velocity – modern, schnell, sicher
Velocity stammt vom Paper-Team und ist der moderne Nachfolger: spürbar performanter, mit sauberer, aktiv gepflegter API und besserer Sicherheit. Sein modern forwarding stellt sicher, dass nur der Proxy die Spielerdaten an die Backend-Server weitergibt – ein häufiges Einfallstor älterer Setups wird so geschlossen. Für neue Netzwerke ist Velocity heute die klare Empfehlung.
| Kriterium | BungeeCord / Waterfall | Velocity |
|---|---|---|
| Performance | okay | sehr gut |
| Sicherheit | älter | modern forwarding |
| Plugin-Ökosystem | sehr groß (etabliert) | wächst stark |
| Empfehlung für Neues | nur bei Spezial-Plugins | Standardwahl |
Wichtig: Backend-Server absichern
Die Server hinter dem Proxy dürfen nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein – sonst könnten Angreifer die Spielerweiterleitung umgehen und sich als beliebiger Spieler ausgeben. Sie gehören in ein privates Netz, öffentlich ist nur der Proxy. Velocitys modern forwarding plus passende Firewall-Regeln erledigen das sauber. Plane das von Anfang an ein, nicht erst nach dem ersten Vorfall.
Brauche ich überhaupt ein Netzwerk?
Für einen einzelnen Server: nein – das wäre unnötiger Aufwand und eine zusätzliche Fehlerquelle. Ein Proxy lohnt sich erst, wenn du mehrere Spielmodi bündeln, eine zentrale Lobby anbieten oder sehr viele gleichzeitige Spieler verteilen willst.
Häufige Fragen
Brauchen alle Backend-Server dieselbe Version?
Idealerweise ja. Velocity kann zwar zwischen mehreren Protokollversionen vermitteln, am stabilsten läuft ein Netzwerk aber, wenn alle Server dieselbe Minecraft-Version sprechen.
Funktionieren Mod-Server hinter dem Proxy?
Proxies sind primär für Plugin-Server (Paper/Spigot) gedacht. Mod-Netzwerke sind möglich, aber deutlich komplexer – für den Einstieg empfiehlt sich ein reines Paper-Netzwerk.
Wie teilen sich die Server Daten wie Guthaben oder Ränge?
Über netzwerkweite Plugins und eine gemeinsame Datenbank (MySQL/Redis). So gelten Wirtschaft, Ränge oder Freundeslisten auf allen Servern gleichzeitig.
Velocity oder BungeeCord für ein neues Projekt?
Velocity – außer du brauchst zwingend ein altes Plugin, das es nur für BungeeCord gibt. Performance und Sicherheit sprechen klar für Velocity.
Mehrere Server bei PlugInPlay lassen sich am Standort Frankfurt mit niedriger Latenz zu einem Velocity-Netzwerk verbinden.